Ich begleite Kinder, Jugendliche und Erwachsene, bei denen sehr viel gleichzeitig ankommt und deren Tage deshalb anstrengender sind, als es von aussen aussieht, und ich begleite die Eltern, die diesen Alltag mittragen. Was ich dabei immer wieder erlebe: Es wird leichter, sobald jemand aufhört, gegen sich selbst zu arbeiten, und beginnt, genauer hinzuschauen, was gerade wirklich geschieht.
«Achtsamkeit heilt ADHS nicht. Sie kann aber verändern, wie du mit dir selbst und mit deinem Umfeld umgehst.»
ADHS wird oft auf Konzentration verkürzt. In der Begleitung zeigt sich ein anderes Bild. Es geht um ein Zusammenspiel mehrerer Bereiche, die sich gegenseitig verstärken, und die Belastung entsteht meistens genau in diesem Zusammenspiel.
Die Aufmerksamkeit springt weiter, oder sie hängt so fest an einer Sache, dass alles andere verschwindet. Beides gehört dazu und beides ist anstrengend, weil es sich kaum steuern lässt.
Zwischen dem Reiz und der Reaktion liegt oft kaum Platz. Das Wort ist gesagt, die Mail verschickt, der Einkauf getätigt, noch bevor jemand merkt, dass hier eine Wahl möglich gewesen wäre.
Gefühle kommen schnell, stark und ungefiltert, die Freude ebenso wie der Ärger und die Scham. Bis sie wieder abklingen, dauert es häufig länger als bei anderen Menschen.
Licht, Geräusche, ein Etikett am Hemd, mehrere Gespräche im selben Raum. Vieles kommt gleichzeitig herein, und der Filter, der anderen das Sortieren abnimmt, arbeitet weniger zuverlässig.
Beginnen, den Überblick behalten, die Zeit einschätzen, zwischen zwei Aufgaben wechseln. Diese Funktionen arbeiten unabhängig davon, wie sehr sich jemand anstrengt oder wie klug er ist.
Nach vielen Jahren voller Rückmeldungen darüber, was alles nicht klappt, sitzt der strenge innere Ton tief. Viele Menschen mit ADHS gehen mit sich selbst härter um als mit jedem anderen.
Zwischen diesen Bereichen liegt eine Kraft, die selten erwähnt wird: die Begeisterungsfähigkeit, der Ideenreichtum, die Fähigkeit, in einer Sache vollständig aufzugehen. In meinen Kursen geht es nie darum, das wegzuüben.
Zwischen dem, was auf uns zukommt, und dem, was wir tun, liegt ein Raum. Bei ADHS ist dieser Raum oft sehr schmal. Achtsamkeit macht ihn nicht auf Knopfdruck breiter, aber sie macht ihn spürbar, und in dem Moment, in dem er spürbar wird, gibt es eine Wahl, wo vorher keine war.
Geübt wird deshalb weniger das lange Stillsitzen als das Bemerken. Wie fühlt sich der Körper an, kurz bevor die Anspannung kippt? Woran merke ich, dass die Reizmenge zu gross wird? Was passiert, wenn ich diesem Zustand mit Neugier begegne statt mit dem üblichen Ärger über mich selbst?
In diesem Video aus der ADHS 20+ Video-Akademie erkläre ich den Handlungsspielraum zwischen Reiz und Reaktion. Genau darum geht es auch in den Kursen. Beim Abspielen wird eine Verbindung zu Vimeo aufgebaut und es werden Daten dorthin übertragen.
Zuerst geht es darum, überhaupt zu bemerken, was gerade da ist, im Körper, in den Gedanken, in der Stimmung. Ohne dieses Bemerken bleibt alles im Autopiloten.
Ein kurzer Moment, bevor die gewohnte Reaktion kommt. Er dauert manchmal nur einen Atemzug, und dieser eine Atemzug macht den Unterschied.
Aus diesem Moment heraus wird eine Antwort möglich, die zur Situation passt und nicht zum alten Muster. Das gelingt nicht immer, es gelingt mit der Übung häufiger.
Achtsamkeitsbasierte Programme bei ADHS sind inzwischen in einer ganzen Reihe von Studien untersucht worden, bei Erwachsenen ausführlicher als bei Kindern. Die Ergebnisse sind ermutigend, und sie sind zugleich bescheiden genug, dass ich sie hier gerne unaufgeregt wiedergebe.
Die Aufmerksamkeit wird stabiler, vor allem die Fähigkeit, ein Abschweifen zu bemerken und zurückzukehren.
Impulsives Reagieren nimmt ab, weil der Moment zwischen Reiz und Handlung häufiger wahrgenommen wird.
Starke Gefühle lassen sich besser regulieren, und der Umgang mit ihnen wird bewusster.
Das Erleben von Selbstwirksamkeit im Alltag wächst, oft verbunden mit einem freundlicheren Blick auf sich selbst.
Was diese Kurse ausdrücklich nicht sind: ein Ersatz für eine Abklärung, für eine medikamentöse Behandlung oder für eine Psychotherapie. Achtsamkeit kann all das ergänzen und sie kann viel verändern, sie behandelt aber keine ADHS. Wer sich gerade in Behandlung befindet, bespricht die Teilnahme am besten kurz mit der behandelnden Fachperson.
Ein Kind braucht etwas anderes als eine erwachsene Person, die seit Jahrzehnten mit dieser Art zu funktionieren lebt. Deshalb gibt es drei getrennte Wege, und auf jeder der folgenden Seiten findest du die Inhalte, die Termine und die Preise im Detail.
Gemeinsam mit Sam und Tilda lernen Kinder in kurzen, spielerischen Einheiten, ihren Körper zu spüren, mit starken Gefühlen umzugehen und in Momenten der Überforderung einen Halt zu finden. Du als Elternteil bekommst Übungen und Sprache für den Familienalltag dazu.
Zum KinderkursEin Achtsamkeitstraining, das sich an ADHS orientiert. Die Übungen sind so gebaut, dass sie zu deiner Aufmerksamkeit, deiner Reizverarbeitung, deinen Gefühlen und deinem Alltag passen. Du wählst selbst, ob du klein anfängst, den Achtwochenkurs machst oder eine Begleitung zu zweit möchtest.
Zu den Kursen für ErwachseneWenn dein Kind ADHS hat, trägst du im Alltag sehr viel, und meistens kommst du selbst zuletzt. Auf dieser Seite geht es einmal um dich.
Zur Seite für ElternEin eigener Kurs für Jugendliche entsteht gerade. Er nimmt auf, was in diesem Alter dazukommt: Schule, Selbstbild, Freundschaften und der Druck, sich ständig vergleichen zu müssen. Schreib mir, wenn dein Kind dabei sein möchte, dann melde ich mich, sobald ein Termin steht.
Auf die Liste setzenWenn du für dich selbst erst einmal ausprobieren möchtest, wie sich Achtsamkeit für ein schnell aufnehmendes Nervensystem anfühlt: Der Schnupperkurs umfasst fünf kurze Einheiten und kostet 29 Euro. Entscheidest du dich danach für den Achtwochenkurs im Selbststudium, rechne ich dir den Betrag vollständig an.
Vier Dinge halte ich in jedem Kurs gleich, ob mit einem neunjährigen Kind oder mit einer Führungskraft, die seit dreissig Jahren funktioniert und nicht mehr kann.
Ich arbeite auf einer wissenschaftlich fundierten Grundlage und beziehe aktuelle Erkenntnisse aus der Achtsamkeitsforschung ein. Wo etwas nicht belegt ist, sage ich das.
Die Übungen sind so gebaut, dass sie in einen vollen Tag hineinpassen. Kurz, mehrmals, an Stellen, die ohnehin schon da sind, statt einer halben Stunde, die nie stattfindet.
Es gibt kein richtiges Üben, das man verfehlen könnte. Wer eine Woche lang gar nicht geübt hat, kommt trotzdem und wir schauen gemeinsam, woran es gelegen hat.
Das Tempo richtet sich nach der Person und nicht nach einem festen Plan. Manche brauchen für einen Schritt zwei Wochen, andere zwei Monate, und beides ist in Ordnung.
Ich bin MBSR- und Achtsamkeitslehrerin, Gymnasiallehrerin und MoMento Schultrainerin. Seit über zehn Jahren unterrichte ich Achtsamkeit, in der Markthalle Altenrhein am Bodensee und online. Ein Schwerpunkt meiner Arbeit sind Menschen, die reizoffen sind, deren Nervensystem schnell in die Überforderung geht oder die mit einer ADHS leben.
ADHS begleitet mich nicht nur im Kursraum, sondern auch im eigenen Familienalltag. Ich kenne die Tage, an denen alles gleichzeitig laut ist, und ich weiss, wie viel Kraft es kostet, dann noch freundlich mit sich selbst zu bleiben. Was ich unterrichte, übe ich selbst, an guten und an weniger guten Tagen.
MBSR-Verband Schweiz · MoMento Schultrainerin · ZSR-Nummer V814289 · Mehr über mich
«Achtsamkeit stellt bei Erwachsenen mit ADHS einen besonders wertvollen Ansatz dar, da die Symptomatik im Erwachsenenalter häufig weniger durch sichtbare Hyperaktivität, sondern vielmehr durch innere Unruhe, Reizüberflutung, emotionale Dysregulation und chronischen Stress geprägt ist.»
«Der Kurs von Katrin Schlenker vermittelt Kindern genau jene Grundlagen, die sie brauchen.»
«Früher bin ich wie ein Vulkan ausgebrochen. Jetzt mache ich die Schildkrötenpause, dann ist es viel ruhiger.»
«Der Kurs ist spielerisch gestaltet und führt Kinder Schritt für Schritt an mehr Achtsamkeit heran.»
«Endlich etwas, das meinem Kind wirklich hilft, zur Ruhe zu kommen.»
Weitere Rückmeldungen von Fachpersonen findest du auf den Seiten zum Kinderkurs und zum Kurs für Erwachsene.
Nein. ADHS ist eine Art, wie ein Nervensystem arbeitet, und die verschwindet durch Üben nicht. Was sich verändern kann, ist der Umgang damit: wie du auf Impulse reagierst, wie schnell du bemerkst, dass die Reizmenge zu gross wird, wie du mit dir selbst sprichst, wenn wieder etwas nicht geklappt hat. Für viele Menschen ist genau das die eigentliche Entlastung.
Diese Frage höre ich fast in jedem Erstgespräch. Die Übungen in meinen ADHS-Kursen sind kurz gehalten, sie wechseln häufiger und sie finden zu einem grossen Teil in Bewegung statt, im Gehen, im Spüren, im Tun. Langes reglos Sitzen ist keine Voraussetzung und für viele auch gar nicht der passende Weg.
Nein. Viele Teilnehmende haben eine Diagnose, andere vermuten seit Jahren etwas, wieder andere kommen wegen ihres Kindes und erkennen sich beim Zuhören selbst wieder. Für die Kurse spielt das keine Rolle, entscheidend ist, ob du dich in dem wiederfindest, was hier beschrieben ist.
Nein, und das ist mir wichtig. Achtsamkeit ergänzt eine Behandlung, sie tritt nicht an ihre Stelle. Wenn du gerade in Behandlung bist, sprich die Teilnahme kurz mit deiner Ärztin oder deinem Therapeuten ab. Beides zusammen wirkt bei vielen Menschen besser als eines von beidem allein.
Ich verstehe den Wunsch gut und ich sage trotzdem ehrlich: Ruhigwerden ist kein Ziel, das ein Kind auf Ansage erreichen kann. Im Kinderkurs geht es darum, dass ein Kind seinen Körper besser spürt, Gefühle benennen lernt und merkt, wann es zu viel wird. Ruhe entsteht daraus manchmal, sie lässt sich aber nicht üben wie ein Einmaleins.
Die ersten kleinen Momente kommen oft schon in den ersten zwei Wochen, meistens als Bemerken mitten in einer Situation, in der sonst nichts zu bemerken war. Bis sich etwas im Alltag wirklich setzt, braucht es die acht Wochen und danach eine Praxis, die dich weiter begleitet. Wer nach drei Tagen eine Veränderung erwartet, wird enttäuscht.
Das hängt weniger vom Kurs ab als von dir. Der feste Termin in der Markthalle Altenrhein gibt der Übungspraxis einen Rahmen von aussen, und die Gruppe trägt viel. Die Onlinekurse laufen im eigenen Tempo und eignen sich, wenn der Weg zu weit ist oder feste Termine gerade nicht möglich sind. Wenn du unsicher bist, telefonieren wir kurz.
Beim MBSR-Kurs vor Ort beteiligen sich viele Zusatzversicherungen, ich bin über die ZSR-Nummer V814289 anerkannt. Frag am besten direkt bei deiner Kasse nach, die Regelungen unterscheiden sich stark. Die Onlinekurse werden nicht vergütet, sie sind dafür deutlich günstiger.
Das gehört bei ADHS dazu und ist kein Grund, sich zu schämen. In den Kursen vor Ort sprechen wir darüber, statt es zu übergehen. Bei den Onlinekursen bleibt dir der Zugang erhalten, du kannst also pausieren und später weitermachen. Für die Präsenzkurse gelten die Stornierungsbedingungen.
Wenn du nicht sicher bist, welcher Weg für dich oder für dein Kind passt, dann schreib mir oder buche ein kostenloses Erstgespräch. Wir schauen gemeinsam, was gerade dran ist, und wenn es etwas anderes als ein Kurs bei mir ist, sage ich dir das auch.
Oder ruf mich einfach an: +41 78 420 93 17
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